Methodik

Gut begründet, ehrlich gemessen.

Der Kompass baut auf etablierten Rahmenwerken der Lebensqualitäts- und Sozialraumforschung auf. Hier steht, wie gemessen wird und was wir bewusst nicht tun.

Wissenschaftlich verankert

Die zwölf Bereiche ergeben sich aus dem Vergleich mehrerer Rahmenwerke: den Leitlinien der WHO für altersfreundliche Städte, der OECD-Studie „How’s Life?“, den Lebensqualitätsindikatoren von Eurostat und den Schlüsselindikatoren von Statistik Austria. Dazu kommen Konzepte zu Zusammenhalt, Nachbarschaft und Ortsverbundenheit.

Wie gemessen wird

  • Jede Aussage wird auf einer Skala von 0 („trifft gar nicht zu“) bis 4 („trifft voll zu“) bewertet, plus „keine Angabe“.
  • Pro Bereich werden mindestens drei Aussagen gestellt. Der Wert eines Bereichs ist der Mittelwert der gültigen Antworten.
  • Sechs Aussagen sind bewusst umgekehrt formuliert, um Zustimmungstendenz zu erkennen. Bei der Auswertung werden sie umgepolt.
  • Alle Bereiche zählen gleich viel.

Warum es keinen Gesamtwert gibt

Ein einzelner Wert verführt zum Ranking und verdeckt, was wirklich zählt. Stattdessen schauen wir: In wie vielen der zwölf Bereiche wird der Alltag „ausreichend gut“ erlebt, etwa ab einem Mittelwert von 2,5?

Warum eine Ausgangsanalyse

Ohne Nullmessung gibt es keinen Vergleich mit sich selbst. Sie ist daher der erste Schritt jedes Zyklus.

Qualitätssicherung – ehrlich gesagt

Vor dem Echtbetrieb sind Verständlichkeitstests mit einigen Personen und ein Feldpretest zur Prüfung der Fragen geplant. Wir machen erst Aussagen zur Zuverlässigkeit der Skalen, wenn diese Prüfung abgeschlossen ist. Heute können wir sagen: Die Bereiche und Fragen sind in anerkannten Rahmenwerken verankert.

Wirkungsorientierung als Lernprozess

Der Kompass versteht sich als Lernwerkzeug im Sinne wirkungsorientierter Steuerung: Ziele klären, Daten gemeinsam lesen, daraus lernen. Er ist keine Berichtspflicht und kein Zeugnis.

Datenschutz in Kürze

  • Anonym: keine Namen, keine Adressen.
  • Freiwillig, jederzeit abbrechbar (Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO).
  • Auswertung erst ab einer Mindestzahl von 5–10 Antworten je Gruppe, darunter wird automatisch zusammengefasst.
  • Die freiwillige E-Mail-Adresse für Rückmeldungen wird getrennt von den Antworten gespeichert.
  • Technische Durchführung: co:retis, Kematen in Tirol.

Die ausführliche Datenschutzerklärung dieser Website findest du hier.

Quellen

  • WHO (2007): Global Age-friendly Cities – A Guide
  • OECD (2020): How’s Life? 2020 – Measuring Well-being
  • Eurostat: Quality of life indicators (Final report of the expert group, 2017)
  • Statistik Austria (2021): Wie geht’s Österreich?
  • Vereinte Nationen: Nachhaltigkeitsziel 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • McMillan & Chavis (1986); Chavis, Lee & Acosta (2008): Sense of Community Index 2
  • Sampson, Raudenbush & Earls (1997): Collective Efficacy. Science 277, 918–924
  • Saelens et al. (2003), Cerin et al.: Neighborhood Environment Walkability Scale (NEWS)
  • Scannell & Gifford (2010): Defining Place Attachment. Journal of Environmental Psychology 30, 1–10
  • Bertelsmann Stiftung: Wegweiser Kommune
  • Familie & Beruf Management GmbH: familienfreundlichegemeinde

Sei dabei, wenn der Kompass startet.

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